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Mehr Zeit nach der Hochzeit

21 Mär. 2017 12:24 | Kategorie: Fotoshootings, Hochzeit, 2017, Angebote

Selbst für professionelle und erfahrene Fotografen gibt es das ein oder andere Shooting, welchem man sich vorab mit einer gewissen Aufregung und Nervosität annähert – diese verfliegt selbstverständlich meist unmittelbar nach dem ersten Auslösen der Kamera ;-)

Ob Erotik-, Beauty-, oder Fashion Shootings, vieles fällt in die sogenannte „Königsklasse“ der Fotografie, das ist in erster Linie eine subjektive Einstellung, in der folglich die Meinungen auseinander gehen können. Einen Konsens findet man jedoch in der Hochzeitsfotografie. Hier sind sich wohl viele Fotografen einig, dass diese gerechtfertigt der Königsklasse angehört. Denn während man ein Erotik Shooting notfalls wiederholen kann – auch wenn man dies natürlich vermeiden sollte, gibt es für die Hochzeitfotos nur diesen einen besonderen Tag, diesen einen intimen Augenblick, der sich eben nicht wiederholen lässt. Er ist einzigartig und folglich muss es auch beim ersten mal klappen. Es ist daher interessant, dass trotz dieses bedeutungsvollen Anlasses dem Shooting nicht selten keine ebenso relevante Stellung eingeräumt wird und für dieses in Folge dessen am großen Tag kaum ausreichend Zeit vorhanden ist.

Der Grund hierfür ist denkbar einfach, meist gibt es schlichtweg keine Zeit. Kaum ein Tag ist so sehr durchgeplant wie der Hochzeitstag.
Nachdem man die Nacht zuvor aufgrund der Aufregung ohnehin kaum ein Auge zubekommen hat beginnt schon in den frühen Morgenstunden ein straffes Programm. Styling, Umziehen, zum Standesamt oder zur Kirche fahren, sicher gehen, dass alle Gäste da sind und diese empfangen. Es folgt ein kurze und wichtige Atempause mit der Trauung, doch anschließend geht es schon weiter mit Glückwünschen, Sektempfang, Ast durchsägen, Herz ausschneiden, Tauben steigen lassen, zum Café, dem Restaurant, dem Hotel oder der gemieteten Location fahren, Gäste betreuen, Kaffee & Kuchen, Reden halten, Torte anschneiden und irgendwann noch tanzen. Nebenbei müssen über den Tag hinweg noch etwaige Details mit Verwandten, der Standesbeamtin, dem Pfarrer, dem Caterer, der Wedding Planerin, dem Hotelier und Anderen besprochen werden. Das darf man jetzt bitte auch nicht falsch verstehen, sicherlich sind darunter viele schöne und unvergessliche Momente, dennoch fällt man nach einem der wichtigsten Tage im Leben am Ende total erschöpft ins Bett.
Doch wann bleibt die Zeit für die Fotos? Und wo sollen diese gemacht werden? Das sind die Fragen, die wir uns selbst und dem Brautpaar stellen. Häufig erhält man als Antwort, dass nach der Trauung etwas Zeit dafür sei und in der Nähe des Standesamts, welches direkt an einer Hauptstraße liegt, gibt es einen kleinen Park mit ein wenig Grün.
In den vorab geführten Gesprächen mit dem Brautpaar merken wir immer wieder, dass diese sich hinsichtlich der Fotos und deren Planung wenig Gedanken machen. Letztlich ist dies ja auch die Aufgabe der Fotografen das irgendwie zu planen und mit den Gegebenheiten zurecht zu kommen. Diese Annahme ist so gesehen erst mal nicht verkehrt, doch ist es auch wichtig den Fotografen entgegen zu kommen und zu unterstützen, so dass diese das bestmögliche Ergebnis liefern können. Folglich steht und fällt die Qualität dieses Ergebnisses mit der Planung des Tages.
Wir haben es tatsächlich auch schon erlebt, dass ein Gast während des Shootings auf uns zukam um relativ genervt nachzufragen, wann wir denn endlich fertig sind, da er Hunger habe und er los wolle. Für uns ist das freilich nur bedingt nachvollziehbar. Ist der Appetit schließlich nach ein paar Bissen gestillt und vergessen, stellen die Fotos dagegen eine Erinnerung für die Ewigkeit dar. Wir verstehen aber auch, dass es nunmal nicht leicht ist, den Hochzeitstag perfekt zu planen und alle Eventualitäten zu berücksichtigen. Da können die Fotos schon mal einen sekundären Stellenwert einnehmen.
Wir wollen das sicherlich nicht pauschalisieren. Es gibt auch Brautpaare, welche den Wert des Shootings erkennen, für dieses eine entsprechende Zeit berücksichtigen, die Gäste währenddessen versorgen und es somit gleichwertig in die Planung aufnehmen. Auch der Ort kann eine für den Fotografen traumhafte Kulisse mit vielfältigen Möglichkeiten darstellen, sei es an einem Schloss oder in einem weitläufigen Park.
Doch ist dies eben leider nicht immer der Fall. Und so bleibt die Frage, was ist mit den Brautpaaren, die zwar gerne schöne Fotos hätten, die Voraussetzungen hierfür jedoch nicht gegeben sind? Und nicht weil es das Brautpaar nicht anders will, sondern einfach nicht anders kann.

Aus diesem Grund haben wir beschlossen, nach langer Überlegung und Planung ein After Wedding Shooting in unser Angebot mitaufzunehmen und dem Brautpaar dadurch mehr Zeit nach der Hochzeit bieten.
Beim After Wedding Shooting werden die Portraitfotos zu einem Termin nach dem eigentlichen Hochzeitstag angefertigt. Das birgt viele Vorteile in sich. Unsere Stylistin schminkt und stylt die Braut wie am Tag ihrer Hochzeit. Man ist ausgeschlafen und entspannt. Es gibt keinen Zeitdruck, sprich man hetzt nicht von einem anderen Termin zum Shooting und muss im Anschluss auch nicht gleich zum nächsten. Es gibt an diesem Tag nur diesen einen Termin. Kein durchgeplanter Tag, keine wartenden Gäste. Nur das Brautpaar, der Fotograf und alle Zeit, die man braucht. Zudem kann man die Location frei wählen. Ob klassisch, modern, maritim oder urban. Das Brautpaar wählt den Ort, der am besten zu ihm passt. Es gibt somit keine Restriktionen, weder zeitlich noch örtlich.
In Folge dessen kann man auch den Hochzeitstag etwas entspannter erleben, da man sich neben allen anderem nicht auch noch Gedanken um die Fotos machen muss. Gewiss können wir diesen Tag dennoch fotografisch begleiten, aber eben nur beobachtend, sprich dokumentierend und gerne auch mit einem Gruppenfoto. Für die Portraits hingegen nehmen wir uns dann die Zeit, welche sie letztendlich auch verdienen.
So bleiben neben dem erlebten Gefühl bei der Hochzeit meist nur die Fotos, also sollte man sich auch die Zeit nehmen um einzigartige Erinnerungen zu schaffen.

Liebe Grüße
Heidi & David 

…was bleibt ist die Erinnerung…

24 Feb. 2015 14:35 | Kategorie: Fotoshootings, Wir, Hochzeit

Heute wollen wir euch etwas über unsere erste gemeinsame Hochzeit erzählen und warum wir nicht verstehen weshalb der Fotograf auf den meisten Hochzeits-"to do"-Listen relativ weit unten steht.

Im Sommer 2013 heirateten Jana und Hauke und fragten uns schon relativ zeitig ob wir sie an Ihrem Tag begleiten.
Unsere Begleitung fing am Vormittag mit einer relativ gelassenen Braut an. Ich habe sie begleitet wie sie von einer schönen Frau zu einer traumhaften Braut wurde. Das Make up, die Frisur - alles war perfekt!

David und ich hatten uns vorher abgesprochen wer die Trauung fotografiert und wer in der Zeit die Atmosphäre aufnimmt. Da es unsere erste gemeinsame Hochzeit war, waren wir beeindruckt wie gut die Zusammenarbeit funktionierte und wie hilfreich es ist bei den Portraits eine dritte und vierte Hand zu haben.

Mitten beim Sektempfang von Jana und Hauke traf David eine Bekannte, die sich gerade für ihre eigene Hochzeit im nächsten Sommer die Location anguckte. Perfekt zur Location buchte sie uns auch gleich als Hochzeitsfotografen. Was könnte den Tag einer Hochzeit für Fotografen noch schöner machen als eine weitere Hochzeitsbuchung? Wir wissen es nicht…

Es war ein langer, sehr schöner Tag mit Jana und Hauke und wir sagen nochmals DANKE, dass wir euch an eurem schönsten Tag begleiten durften.

Ich selber habe 2008 geheiratet, damals kannte ich David noch nicht, sonst hätte er wahrscheinlich meine Hochzeitsfotos gemacht. Für mich war die Wahl des Fotografen natürlich eine der wichtigsten, wichtiger als die Torte und der Brautstrauß. Man könnte fast sagen, dass der Punkt auf meiner Liste gleich nach dem Brautkleid kam. Egal wie schön der Brautstrauß ist, wenn ich kein Foto habe, das mich auch in einigen Jahren noch daran erinnert, was bringt mir dann ein schöner Strauß?

Ich habe im Endeffekt zwei ganz liebe Menschen gehabt, die meine Hochzeit fotografisch begleitet haben und bin im Nachhinein beeindruckt wie viele Erinnerungen sie mir geschaffen haben, wie viele Details sie gesehen haben, die mir damals wegen all der Aufregung nicht aufgefallen sind und ich kann es immer nur wieder sagen: Danke, dass ich auch heute immer noch wenn ich mir meine Hochzeitsfotos ansehen, Tränen in den Augen habe…

Deswegen, wenn Ihr auch mal Teil einer Hochzeit seid, egal ob Braut, Trauzeuge oder Gast - bitte passt auf, dass nicht diejenigen die dafür sorgen, dass dieser Tag mit all seinem Glanz und mit allen Details in Erinnerung bleibt zu weit unten auf der Hochzeitsliste stehen.

In diesem Sinne wünschen wir euch eine schöne Restwoche, Heidi und David